Samstag, 21. Oktober 2017

Die Schweiz von ihrer schönsten Herbstseite

Unsere Herbstferien haben uns durch die schöne Schweiz geführt. Unser treuer Begleiter war natürlich Pfüdi. Einige Eindrücke:



St. Beatus Höhlen am Thunersee




Unterwegs aufs Niederhorn

Der Creux du van im Jura


Herrliche Herbstverfärbungen im Jura

Unser Pfüdi wohlauf

Donnerstag, 18. August 2016

Willkommen zurück

Kaum zu fassen; die dritte Woche zurück in der Schweiz und unser Alltag hat einen neuen Rhythmus angenommen. Die Uhr scheint schneller zu drehen, der Terminkalender ist bereits wieder gefüllt und plötzlich sind wir wieder für alle erreichbar. Damit nichts vergessen geht, hängt in unserem neuen Zuhause an unserem neuen magnetischen Kühlschrank eine to-do Liste. Beeindruckend, wie schnell diese abgearbeitet und im gleichen Moment erweitert wird. Ganz erfreulich hingegen, sind die Köstlichkeiten hinter der Tür des Kühlschranks. In diesem Moment ist er gefüllt mit so vielen Leckereien... Christian ist zurück in seinem Käseparadies.
Nachdem unsere Freunde und die Familie eine super cooles Überraschungsfest organisierten, schliefen wir ab der ersten Nacht bereits in unserer neuen Wohnung. Die letzten Tag waren wir an Effizienz kaum zu übertreffen: Die neue Wohnung ist eingerichtet, der Sitzplatz sommertauglich, die Autos neu eingelöst, Versicherungen abgeschlossen, neue Konten eröffnet, Hochzeitsvorbereitungen getroffen, Bewerbungen geschrieben, Freunde und Familie besucht, Fotoalbum erstellt, den Kühlschrank gefüllt, gewaschen, geputzt,...und Geld verdient. Christian hat diesen Montag bei seiner alten Stelle wieder angefangen und Fabienne übt sich als Hausfrau bis zur ersten Stellvertretung.
Unser neuer, alter Wohnfleck erscheint uns als einer der schönsten der Welt. In diesem Moment blicke ich auf den See und sehe die Kühe auf der Weide grasen. Um sie herum sind saftige grüne Apfelbäume, an denen wohl die knackigsten Äpfel der Welt wachsen. In unserem kleinen aber feinen Gemüsegarten wachsen Salate, Tomaten, Kräuter, Bohnen, usw. und einmal kurz abwaschen reicht aus bevor man das Gemüse zubereitet. Das Bad mit nur einem Menschen zu teilen, das Toilettenpapier in die Toilettenschüssel zu schmeissen und eine grosse Dusche mit 24 Stunden warmen Wasser zu haben, ist Luxus pur.
Die Zeit während dem Reisen, war aufregend, anders, einzigartig, Nerven raubend,...ein wahres Abenteuer. Die Stabilität, die Regeln, die Sicherheit, das Vorhersehbare…, erlauben es in der Schweiz „gefahrlos“ zu leben, doch ab und zu wünschen wir uns für die Schweiz etwas Würze und Freiheit! Oder ist es untragbar ein Auto auf der Strasse zuzulassen, das einige Rostbeulen hat!? ;-)

Sehnsüchtig erwarten wir unseren Pfüdi zurück. Voraussichtlich fahren wir am 29. August nach Basel und lösen das Auto aus….wir freuen uns schon unseren Reisekompanen in der Schweiz willkommen zu heissen ;-)

Freitag, 29. Juli 2016

Uruguay, und das Ende dieser Reise

Kaum zu glauben, was eine von Menschenhand gezogene Grenze bewirken kann. Plötzlich bezahlt man für den Sprit ein drittel mehr, die Supermärkte erinnern an die Schweiz, Spanisch ist die Landessprache, Kriminalität ist quasi gleich 0 und Reisen scheint wieder so einfach zu sein. Unser erstes Anfahrtsziel war der Nationalpark Santa Teresa nahe der Grenze. Dieser bietet in der Hauptsaison Platz für tausende Camper. Da ist es kaum zu glauben, dass wir keine Menschenseele im Park trafen. Vermutlich laden 10 Grad tagsüber und 5 Grad nachts nicht gerade zum Campen ein. Wir genossen die schönen Wanderwege und Strände für uns alleine und besichtigten das nahe gelegene Fort Santa Teresa. Es ist ein Zeuge der ersten Einwanderung in Uruguay und bekam eine wichtige Rolle bei den stetig andauernden Konflikten zwischen den Hauptmächten Südamerikas Brasilien und Argentinien. Uruguay war das einzige Land, dass nicht durch die Spanier auf anhin eingenommen werden konnte und dient heute noch als Puffer zwischen den Giganten.
Kurz nach Santa Teresa fuhren wir in das Küstenstädtchen Puente del Diablo. Ein Dorf mit 400 Einwohnern, dass in Sommer auf über 30000 Einwohner anwächst. Wir hingegen treffen ruhige Strände und leere Restaurants an. Die Einheimischen waren sehr nett und froh um ein paar Touristen. So kam es auch, dass wir in den Kaffees und Souvenirläden für unser ausharren in der Kälte Winterrabatte erhielten.;-) Zusammen mit René und Barbara besichtigen wir die Stadt und beschlossen noch einige Tage zusammen weiter zu reisen. Die Temperaturen wurden von Tag zu Tag tiefer und es fing an zu nieseln. Umso besser, dass wir noch eine Adresse kannten um dem Unwetter zu trotzen. Da Uruguay nur 3,4 Millionen Einwohner hat und davon die Hälfte in Montevideo lebt, ist das Land einfach und schnell zu bereisen. Nirgends gibt es zeitraubende Städte die umfahren werden mussten. Uruguay ist im Landesinneren wie ein riesiger Bauernhof. Scheinbar unendliche Ländereien säumen sich entlang der Dreckstrassen. Die Kuhherden grasen auf den saftig grünen Weiden die sich nur durch die Palmen anstelle von Obstbäume von der Schweiz unterscheiden. Entlang der Küste ist das Land dann völlig anders. Uruguay ist mit wunderschönen Stränden gesegnet die sich Kilometerweit hinziehen. Hauptsächlich im Sommer machen diese den zweiten Erwerbszweig Uruguays neben der Fleischproduktion aus, den Tourismus.
Wir verweilten also noch einige Tage an den schönen Stränden wo wir unter anderem bei der Grosstante von Fabienne in Pueblo Suizo zwei sehr gemütliche und schöne Tage im Cabana verbrachten. Genau der richte Platz um sich am Kamin zu wärmen, im Hallenbad zu schwimmen und im gewärmten Jacuzzi den Abend ausklingen zu lassen.
Neu gestärkt fuhren wir durchs Inland nach Nueva Helvecia. Schon bei der Einfahrt ins Städtchen fällt die Schweizer Einwanderungsgeschichte auf. Überall an den Häusern sieht man Schweizer Plaketten, die Kioske haben an den Wänden alle Kantonswappen aufgedruckt, sie machen Werbung für ihr 1. Augustfest und ein Maibaum steht im Stadtkern. Wir stoppten beim Hotel Suizo wo Overlander seit vielen Jahren hinfahren und die schöne Anlage nutzen. Der Zufall wollte es so, dass wir bei einem Stadtrundgang unsere beiden Freunde Martin und Fränzi von www.rheintaler-unterwegs.ch trafen. Wir wollten uns ohnehin für die bevorstehende Verschiffung treffen. So hatten wir also noch einige Tage als Schweizer Sechsergrüppli mit Martin und Fränz, Barbara und René und wir zwei. Ein perfektes Grüppchen um zu Jassen, zusammen zu kochen und uns auf die Heimkehr vorzubereiten. Für einen Tagesausflug fuhren wir noch 70km in die entgegengesetzte Richtung um die Stadt Colonia anzuschauen. Diese Kilometer lohnten sich auf jeden Fall, den Colonia bietet eine schöne Altstadt mit viel Charme, schönen Kaffees und viel Geschichte. Am Rio de la Plata gelegen spielte sie früher eine wichtige Rolle in der Seefahrt und ist bis heute am regen Verkehr zu Argentinien beteiligt.
Dieser Ausflug nach Colonia zählte zum letzten mit dem Pfüdi. Als nächstes hiess es alle Sachen gut verstauen, die Kleider für die nächsten 10 Tage packen und dann los nach Montevideo um das Auto im Container zu deponieren. Natürlich klappte auch da nicht alles optimal, nicht mal wenn man eine Schweizer Firma engagiert. So kam es, dass wir einen Teil der Gebühren vor Ort in bar bezahlen mussten und anstelle eines Highcube Containers einen normalen erhielten. Das Geld besorgen stellte sich einfacher heraus als Gedacht, jedoch alle Sachen vom Dach zu nehmen und so zu verstauen damit wir in den tieferen Container passen und sie nicht herumrutschen, war mühsamen. Aber auch dies meisterten wir... Die Anspannung fiel dann endgültig von uns, als das Frachtpersonal den Container plombierte.
Nun hiess es: Kein Auto mehr, aber noch 10 Tage Zeit...Der letzte Teil unserer Reise konnte beginnen.
Für drei Tage quartierten wir uns im Hotel Oxford in Montevideo ein. Ein nettes Hotel mit einem super Frühstück wurde uns geboten, weswegen wir mit Sightseeing erst gegen Mittags begannen. Kurz zusammengefasst besichtigten wir während unseres Aufenthaltes den Antel Tower, verkosteten Wein, flanierten in der Altstadt und besuchten den Handwerksmark, assen MC Donalds;-)...und buchten die Fähre nach Buenos Aires.
Von Uruguay nach Argentinien wählten wir wohl einer der einfachsten Zollübergang. Vor der Fähre wurden wir aus und in Argentinien wieder eingestempelt und nach nur einenhalb Stunden Fähre fahren, setzten wir Fuss auf dem Argentinischen Festland
Mit Marin und Fränzi buchten wir eine süsse, kleine Wohnung im beliebten Stadtteil Recoleta. Für sieben Tage wurden die Wohnung unser neues Zuhause und war Ausgangspunkt für viele Aktivitäten. Wir besuchten das Theater Colon, gingen Souvenirs einkaufen, schauten eine spektakuläre Show, besuchten den imposanten Friedhof von Recoleta wo unter anderem Evita gebraben wurde, gingen ins Kunstmuseum, betrachteten die Fotos in der Fotoausstellung, besuchten den Stadtteil la Boca und knipsten Fotos von den farbigen Häusern, schlenderten durch die Altstadt,...usw.
Und nun sitzen wir zwei Stunden bevor uns das Shutteltaxi zum Flughafen bringt im Starbucks, trinken einen Kaffee und schreiben einer der letzten Berichte dieser Reise. Da spielen auch mal der Magen und die Hormone verrückt;-)
Nun bleibt uns nur noch zu sagen: Wir hatten eine wunderschöne, spannende und einzigartige Zeit und wünschen uns die gleiche Beschreibung für unseren neuen Lebensabschnitt in der Schweiz:-)



Nistzeit im Nationalpark Santa Teresa.


Der kleine verlorengegangene Seelöwe genoss unsere Gesellschaft.





Einsame Strände geniessen wir in Uruguay



Die Kolonialstadt Colonia

Auf den dicken Stadtmauern von Colonia.


Die eindrückliche Skyline von Montevideo.

Demontage unseres Pfüdis.
Passt gerade so...


Unser letzter Tag in Montevideo.

Fotografieausstellung in Buenos Aires.
 


Theatro Colon. Im goldigen Raum hängen die 500kg schweren Kronleuchter.


Das ursprünglich italienische Stadtviertel La Boca.


Der Nationaltanz "Tango" auf dem Markt von San Telmo.








Sonntag, 17. Juli 2016

Der Süden Brasiliens


Schon bald steht das Ende unserer Reise an und wir wollen nochmals etwas das Strandleben auskosten. Die Küsten Brasiliens und Uruguays bestechen durch ihre schönen Strände, perfekten Surfwellen und dem entspannten Strandleben. Also fahren wir von Curitiba mit einem kleinen Umweg zum Strand Pontal do Sul. Unterwegs fuhren wir zufälligerweise an einem Motocrossrennen vorbei, änderten unsere Pläne und verbrachten den Nachmittag neben der Rennstrecke. Mit etwas Verspätung trafen wir in Pontal do Sul ein. Von dort aus legen täglich Fähren zur Insel do Mel ab. Die Insel ohne motorisierte Transportmittel ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wochenendtouristen um dem Alltagsstress zu entweichen. Wir waren wohl kaum im Stress, genossen aber trotzdem die Ruhe, die schönen Wanderwege entlang der Küste und einen Caipirinha auf den leeren Magen.;-) Da man beim einzigen Campingplatz im Dorf leider besser die Augen geschlossen hielt bei dem Betreten der Sanitäranlagen fuhren wir am nächsten Tag einige Kilometer weiter südlich an eine Stranddörfchen auf der Insel Florianopolis. Mitten im Städtchen blieben wir 3 Tage an Ort und Stelle, nutzten das gute Internet und liessen unsere Kleider waschen. Von der Nordseite der Insel fuhren wir in den Süden und trafen per Zufall Gert und Claudia, zwei Deutsche mit einem VW Bus, die wir bereits auf der Lagunenroute in Bolivien kennenlernten. Auch ihnen wurde es in Argentinien zu kalt, sodass sie die Wärme in Brasilien suchten. Bei 27 Grad mit leichtem Wind getrauten wir uns sogar die Badehosen zu montieren und uns für einige Stunden am Strand zu sonnen. Der Wetterbericht hatte für die nächsten Tage Regen und einen Temperatursturz angesagt, sodass wir die Badeinsel verliessen und zu den Buchten von Ibraquera fuhren um hoffentlich Wale zu sichten. Wiedereinmal passte es zeitlich nicht, denn sie erwarteten die Wale erst in 3 Wochen. Nichts desto trotz kamen wir in einem kleinen Paradies an. Die Stände sind in kleine Buchten unterteilt und einige sind nur zu Fuss erreichbar. Also packten wir unseren Rucksack mit einem Lunch und spazierten am Strand über die Klippen zu den verlassenen Buchten entlang. Ein traumhafter Ausblick wurde uns auf der Höhe geboten. Wasser peitschte gegen die Felsvorsprünge, Surfer ritten die Wellen in der einen Bucht, ein kleines Segelschiff liess sich vom Wind vorwärts tragen und ein einsamer Strand wartete auf der anderen Seite auf uns. Wir setzten uns hin, liessen unsere Blicke übers Meer schweifen und hofften, dass sich doch noch eines der grössten Säugetiere in der Zeit geirrt hat und frühzeitig ihr Junges in der geschützten Bucht zur Welt bringt. Umso mehr wir aufs Meer schauten, umso eher hatten wir das Gefühl, dass die Wellen von den Walen verursacht werden. Ohne "Walsichtungserfolg", aber nach einem sehr schönen Spaziergang tranken wir einen Smoothy in einer gemütlichen, kleinen Bar am Strand. Die Besitzer sprachen perfektes Englisch und wir waren froh nach so viel portugiesisch auch mal mit Einheimischen ein richtiges Gespräch führen zu können. Nebst dem super leckeren Fruchtsaft hatten wir eine gemütliche Zeit mit den Eigentümern, sodass wir uns für den nächsten Tag wieder verabredeten. Christian kriegte von ihnen das Surfbrett, holte seinen Wetsuit aus der Dachbox und versuchte sich mit den anderen Surfern in den Wellen. Mit feurigen Oberarmmuskel gab er erschöpft nach einer knappen Stunde auf. Die Strömung war so stark, dass bei jedem Mal hinaus paddeln, die ganze Energie aufgebraucht wurde. Die übriggebliebene Kraft benötigte er dann noch beim Beachvolleyball spielen bevor wir uns mit einem leckeren Fruchtsaft belohnten. Ein wenig wehmütig verabschiedeten wir uns von dem schönen Campingplatz und dem Strandleben und fuhren in die Berge nach Gramado. Auf der pittoresken Fahrt fuhren wir bei der Canyonlandschaft "Parque National Serra Geral" vorbei. Eine kurze Wanderung durch den Park erlaubte uns den Blick auf den Canyon und die einzigartigen Bäume. Völlig begeistert von der schönen Naturstrasse und dem Canyon freuten wir uns auf das berühmte Ferienort Gramado. Angekommen im Ort fühlten wir uns wie im Disneyland für Brasilianer. Eine perfekte Nachstellung eines Skiferienorts in Europa ohne Schnee. In allen Restaurants wird Fondue angeboten, die Leute laufen bei 15 Grad mit den Wintermoonboots herum und die vielen Einkaufsläden bieten Winterkleidung an. In Gramado treffen sich die Reichen und Schönen Brasiliens....Ein kleines St. Moritz für Brasilianer. Mit Trekkinghosen und den Salomon Schuhen bekleidet, fühlten wir uns schnell unpassend gekleidet und da unser Kleiderschrank keine Pelzmäntel hergibt, fuhren wir weiter. An der Küste von Torres auf dem Campingplatz begegneten wir alten Bekannten. Barbara und René aus Biel mit ihrem "zebralook" Auto trafen wir in Ecuador und nun wieder am Ende Brasiliens. Der letzte Abend in Brasilien verbrachten wir bei warmen Temperaturen und netter Begleitung. Der krönende Abschluss für ein super schönes Land. 

 
Motocrossrennen
Einsame Insel Isla do Mel
Surfparadies an der Küste Brasiliens

Wanderausflug am Strand do Rosa

Canyon im Parque National Serra Geral

Samstag, 2. Juli 2016

Iguazu und das Wasserkraftwerk Itaipu

Direkt nachdem wir auf brasilianischem Boden standen, fuhren wir zum Itaipu Staudamm. Wir nutzten die Chance der Nebensaison und hatten Einblick in eines der gewaltigsten Bauwerke der Menschheit. Die 8km lange Staumauer des Itaipu Dammes hält eine Wassermasse zurück, die im Moment noch mehr Strom produziert als die 3 Täler Sperre von China. Diese zählt bis anhin als grösstes Kraftwerk der Welt. Wir machten eine Tour ins Innere der Staumauer und zum Innenleben des Stromwerkes. Das riesige Projekt Itaipu steht zwischen Paraguay und Brasilien und ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Staaten. In Itaipu wird alles genaustens auf die beiden Staaten halbiert. Die Turbinen sind aufgeteilt in 10stk. für Paraguay mit 50Hz und 10Stk. für Brasilien mit 60Hz. Was es reichlich kompliziert macht, da sich die Turbinen nicht mischen lassen mit den verschiedenen Frequenzen. Da aber Paraguay soviel Strom wie der Staudamm liefert im Moment noch nicht brauchen kann, müssen sie die Frequenzen wieder zurückwandeln und den Strom an Brasilien verkaufen.
Da alle Arbeitsplätze ebenfalls aufgeteilt wurden gibt es von jeder Anstellung sicher 2 Plätze. Auch die Geschäftsführer sind ein Brasilianer und ein Paraguayer. Im Gebäude wird alles zweisprachig angeschrieben. Einmal Portugisisch und einmal Spanisch. Und dementsprechend in welcher Hälfte man sich gerade befindet, ist die eine Sprache über der anderen geschrieben :-) . Die Führung brachte uns auf die Staumauer und in die Steuerzentrale bevor wir ins innere des Betonriesen verschwanden. Dort konnten wir die Bauweise der Staumauer und die Turbinenräume besichtigen. Als wir dann zu guter Letzt vor einem aktiven Generator standen und die unwahrscheinliche Grösse sahen war der Ausflug komplett.
Ziemlich beeindruckt, was aus Menschenhand geschaffen wurde, stand der nächste Tag ganz im Zeichen eines Naturspektakels. Obwohl wir die Wasserfälle Iguazu bereits von der Argentinischen Seite aus betrachteten, wollen wir uns die Brasilianische Sicht nicht entgehen lassen. Zudem hatte der Wetterbericht für Sonntag gutes Wetter angekündigt. Mit Sonnenschein kann man nämlich ganzjährig Regenbogen über den Wasserfällen sehen.
Beim Haupteingang angekommen, bemerkten wir erst den Hacken an der Sache....Iguazu scheint besonders am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. So standen wir vor fast jedem Aussichtspunkt an bis jeder ein Selfie in allen möglichen Posen von sich geschossen hatte (Lateinamerikaner sind wahrscheinlich Selfie Weltmeister). Ziemlich viel Platz blieb uns auf dem Steg, welcher zum unteren Teil des Wasserfalls führte. Zwar wurden wir ziemlich nass....aber für was hat man denn eine gute GoreTex Jacke dabei!? ;-)
Fazit: Die Wasserfälle von Iguazu sind mit wenig Besuchern, vielen Besuchern, ohne Sonne, mit Sonne einfach atemberaubend!
Nach über 6 Tagen rund um die Wasserfälle mussten wir weiter, schliesslich verblieb nur noch ein guter Monat Reisezeit und die Abenteuerlust ist noch längst nicht abgeklungen! Unser nächstes Ziel sollten die berühmten Küsten Brasiliens sein. Auf dem Weg dahin besuchten wir die modernste Stadt Brasiliens. Curitiba ist bekannt für ihr futuristisches Busnetz, die Oper, der botanische Garten, die erste Universität Brasiliens und viele Stadtparks. Leider verschlechterte sich das Wetter in der Bergregion von Brasilien und plötzlich war es nass und kalt und wir in Mitten einer Stadt. Bevor die Stimmung in den Keller fiel, entschieden wir uns ein Hotelzimmer mit Heizung zu buchen. Unvorstellbar, wie sehr wir den Luxus einer eigenen Dusche in einem geheizten Bad genossen. Warm duschen ist noch seine Sache, aber sich im Warmen abtrocknen und dann direkt unter die Bettdecke kriechen, kann sooo schön sein;-)
Nach einer erholsamen Nacht klapperten wir am nächsten Tag die Sehenswürdigkeiten der Stadt ab. Ganz zu unserer Freude entdeckten wir unterwegs einen Glühweinstand und einen Biergarten und plötzlich waren alle Sehenswürdigkeiten vergessen! Was wir am Vortag etwas versäumten, holten wir am darauffolgenden Morgen nach und so können wir behaupten auch dieser Stadt die Chance gegeben zu haben, die schönste Stadt unserer Reise zu werden.


Insgesamt 8km lang ist die Wassersperre. In der nur an einem Ort Elektrizität gewonnen wird.

Vor einer der 20 Turbinenzuleitungen.
Modernste Steuerungstechnik ermöglicht den genauen Einblick ins geschehen. Ersichtlich ist hier ebenfalls die Durchflussmenge des Stauwerkes. mit 13389 m3/s fliesst hier wesentlich mehr Wasser durch als bei den Iguazuwasserfällen mit (nur) 2166m3/s.

Alles wird doppelt geführt. Hier befinden wir uns gerade auf der brasilianischen Seite, da alles zuerst auf Portugisisch angeschrieben ist ;-)

Mitten in der Staumauer dann bekommen wir einen Blick auf die gigantischen Ausmasse eines einzelnen Generators. 6600 Tonnen wiegt der Generator zusammen mit Stator, Rotor und Turbine. Hier ersichtlich nur der Schaft, der den Rotor mit der Wassertubine verbindet.


Wir versuchen uns auch im Selfie schiessen.


Curitiba.

Die Stadt Curitiba hat uns sehr gut gefallen. Sie kommt bestimmt hoch hinauf im Ranking für die schönsten Städte.

Der botanische Garten von Curitiba besticht durch das schöne Treibhaus aus dem 19ten Jahrhundert



Das ÖV System ist hervorragend ausgebaut und dank den futturistisch wirkenden Busstationen kann man auch vor Witterung geschützt auf den Bus warten. Sehr durchdacht.

Fast schon Biergartenstimmung mit deutscher Musik und gutem Bier.




Im ähnlichen Baustil wie der botanische Garten ist auch die Oper von Curitiba gebaut. Eingebettet in eine Naturoase in mitten der Stadt.